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Zur aktuellen Lage in Bosnien-Herzegowina

Autorenbild: Team Chrisitan Flühr
Team Chrisitan Flühr
16. Juli
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 31 Minuten

Europa muss in Bosnien-Herzegowina Haltung zeigen!  Wenn eine US-Administration versucht, Einfluss auf europäischem Boden geltend zu machen, ist das aus Sicht Washingtons legitim – kann aber unseren ureigenen, europäischen Sicherheitsinteressen diametral widersprechen. Genau das passiert gerade weitab der großen Medienöffentlichkeit auf dem Westbalkan, in Bosnien-Herzegowina. Ein Land auf dem Weg nach Europa, dessen institutionelle Strukturen jedoch nach wie vor hochvolatil sind.

Dass der Hohe Repräsentant (OHR), der deutsche Bundesminister a.D. Christian Schmidt, auf massiven Druck der US-Administration seinen Rücktritt eingereicht hat, ist ein brandgefährliches Signal. Im Umfeld von Donald Trump spielen offenbar wirtschaftliche Interessen an regionalen Energie- und Pipeline-Projekten eine Rolle, bei denen Schmidt als unbequemer Blockierer wirtschaftlicher Alleingänge wahrgenommen wurde.

Das dürfen wir als Europäer nicht zulassen!

Zur Erinnerung: Das Amt des Hohen Repräsentanten wurde 1995 durch das Dayton-Abkommen geschaffen und mit den weitreichenden exekutiven „Bonner Befugnissen“ ausgestattet, um Gesetze zu erlassen und Verfassungsfeinde zu stoppen. Christian Schmidt hat diese Kompetenzen konsequent und richtig genutzt, um die gefährlichen Sezessions- und Abspaltungsbestrebungen der serbischen Teilrepublik (Republika Srpska) zu blockieren und die Integrität des Gesamtstaates zu schützen.

Ich kenne Bosnien seit den Zeiten des Bürgerkriegs sehr genau und habe das Land zuletzt im Februar 2026 besucht. Ich kenne die tiefen, oft unterschwelligen und teils offen gezeigten ethnischen Abneigungen der politischen Lager. Dass auf dem Balkan seit der Jahrtausendwende Frieden herrscht, ist eine echte europäische Erfolgsgeschichte. Die Menschen vor Ort sind zutiefst dankbar für diese Stabilität. Dieser mühsam gesicherte Frieden trägt auch eine klare militärische Handschrift: Mit der EUFOR Althea-Mission sichern europäische Partner – darunter permanent bis zu 50 deutsche Soldatinnen und Soldaten – die Stabilität vor Ort ab.

Es kann und darf nicht sein, dass transatlantische Wirtschaftsinteressen ein unverzichtbares völkerrechtliches Schutzorgan wie den OHR beschädigen, schwächen oder dessen Einfluss minimieren. Wir Europäer tragen die Hauptlast der Missionen und der Finanzierung in unserer direkten Nachbarschaft.

Deshalb gilt jetzt: Deutschland und seine europäischen Partner müssen auf dem Balkan endlich eine selbstbewusste, eigene Interessenpolitik betreiben und den Friedensprozess gegen äußeren Druck verteidigen. Stabilität in Bosnien bedeutet Sicherheit für Europa!


Christian Flühr ist Offizier der Gebirgsjäger und SFOR-Veteran im NATO-Hauptquartier von Sarajevo (Jan- Aug 2000)

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